Philologie

Novalis

Novalis

Philologie im allgemeinen ist die Wissenschaft der Literatur. Alles, was von Büchern handelt, ist philologisch. Noten, Titel, Mottos, Vorreden, Kritiken, Exegesen, Kommentare, Zitaten sind philologisch. Rein philologisch ist es, wenn es schlechterdings nur von Büchern handelt, sich auf solche bezieht und sich durchaus nicht auf die Originalnatur direkte wendet. Mottos sind philologische Texte. – Sie ist teils philologisch (?), teils historisch; jenes ist ihr reiner Teil, dies ihr angewandter.
Gelehrter im strengen Sinn ist nur der Philolog. Enzyklopädik [?] ist philologisch, – die Historie auch. 1256

Novalis

Gegen die Austreibung der Lust aus der Wissenschaft

»Die Philologie gehört zu den bemitleidenswertesten Disziplinen der heutigen Universität. Der kulturpolitische Zeitgeist weht ihr eiskalt ins Gesicht, da sie nur zu kosten und nicht zu nützen scheint. Zum Schaden kommt vielfach der Spott: Die Philologen, so Kritiker wie Thomas Steinfeld, seien selbst schuld an ihrer Misere, da sie sich durch Überspezialisierung, methodologischen Narzissmus, eskalierendes Fachchinesisch und opportunistisches Fischen in fremden wissenschaftlichen Gewässern von ihrer eigentlichen Aufgabe und vor allem vom Lesepublikum abgekapselt hätten.«

»Und wenn die Liebe alles überwindet – amor vincit omnia –, dann müssen sich unsere kulturpolitischen Banausen warm anziehen, wenn sie länger wagen sollten, der Philologie allmählich den Garaus zu machen.«

Dieter Borchmeyer[1]

Anmerkungen und Quellen:

  1. Dieter Borchmeyer: Vom Nutzen der Philologie – DIE ZEIT 24.02.2005 Nr.9

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