Literaturwissenschaft: Sehnsucht entziffern, Sommer beschwören

Als man im Vertrauen auf die eigene Repräsentativität nur laut genug »Ich« sagen musste, um die Bedeutung eines »Wir« zu erzeugen. Als man mit aufgekrempelten Gedanken den ganzen wissenschaftlichen Kram beiseite rücken konnte, all die Fußnoten, die Berge an Forschungsliteratur und das Klein-Klein akademischer Argumentation, weil dadurch der Bedarf nach frischer Gegenwart und Leben gestillt wurde, den auch die Wissenschaft ganz tief in sich verspürte. In seinem neuen Buch Stimmungen lesen beschwört der Romanist Hans-Ulrich Gumbrecht diese gute alte Zeit noch einmal herauf. Die zeitgenössische Literaturwissenschaft sieht er in »Lethargie und Unsicherheit« dahintreiben zwischen der Scylla dekonstruktiver Perlenspielereien und der Charybdis kulturwissenschaftlicher Allzuständigkeit. Die Rettung aus der »Stagnation« trägt ihm die Romantik zu: Gumbrecht empfiehlt das »stimmungsorientierte« Lesen.

via Literaturwissenschaft: Sehnsucht entziffern, Sommer beschwören. DIE ZEIT, 9.6.2011 Nr. 24


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